Monate: August 2017

(K)ein Bestseller – »Elefant« von Martin Suter

Ein winzig kleiner Elefant, der auch noch rosa leuchtet – Warum nur begeistert das so viele Leser? Verzückt sind auch Wissenschaftler, Forscher und Tierärzte im Roman, die in einen Rausch aus Geldgier, Machthunger und fanatisches Streben nach Ruhm fallen, als sie vom rosa Tierchen erfahren. Zum Glück gibt es doch noch ein paar gutherzige Menschen, die der Gentechnik kritisch gegenüberstehen und Humanität walten lassen wollen. Eine Geschichte über den Wahn der heutigen Zeit, Unmögliches möglich zu machen.   Inhalt In Martin Suters 14. Roman »Elefant«, ist der Name Programm. Sabu Barisha, so wird das kleine Wesen getauft, wurde mittels Genmanipulation vom Genforscher Roux erschaffen. Er verspricht sich den ganzen großen Profit, doch bevor es dazu kommt, kann der Elefantenflüsterer Kaung das kleine rosa Wesen in Sicherheit bringen. Durch ein Missgeschick und vielleicht auch Schicksal landet das Tier beim Obdachlosen Schoch, der am Rande der Gesellschaft in einer Höhle lebt. Er ist fasziniert von der Fluoreszenz, hat jedoch auch Mitleid. Aus Sorge und teils Hilflosigkeit, bringt er Sabu zur Tierärztin Valerie, die sich rührend um beide kümmert …

Ein literarisches Meisterwerk! Berührendes Debüt »Heimkehren« von Yaa Gyasi

Wo liegt deine Heimat, wenn du überall ein Fremder bist? Dargestellt wird Schicksal einer ghanaischen Familie, deren Geschichte über 7 Generationen erzählt wird. Alles beginnt mit den Halbschwestern Effia und Esi, die im 18. Jahrhundert in Ghana aufwachsen. Die Familienverhältnisse könnten unterschiedlicher kaum sein – während Effia als Tochter des Fante-Stammes mit einem weißen Mann verheiratet wird und fortan in der Burg der britischen Kolonie lebt, weiß sie nichts von der Existenz ihrer Schwester Esi, die in ärmlichen Verhältnissen beim Asante-Stamm aufwuchs und gerade im Kerker der Burg gefangen gehalten und bald als Sklavin nach Amerika verkauft werden soll. Dies bildet den Auftakt der großen Erzählung, die nun im Wechsel in Ghana und Amerika spielt. Besonders schön finde ich, dass sich jedes Kapitel auf einen Charakter konzentriert, der dann im Fokus steht. Nach je 2 Kapiteln beginnt eine neue Generation. Die daraus entstandene ungewöhnliche, aber schöne Struktur, wirft den Leser in verschiedene Schicksale, Ereignisse und Lebensabschnitte der Protagonisten. Gyasi schafft es dabei auf bemerkenswerte Weise, die Geschichten der Einzelnen miteinander zu verweben und gleichzeitig jenes …

Lasst euch verzaubern: Jan Schomburg »Das Licht und die Geräusche«

Wie stellt man es an, das richtige Leben? Und was spricht gegen das Sterben? Der erste Roman des Filmregisseurs und Drehbuchautors Jan Schomburg (»Über uns das All«, »Vergiss mein Ich«, »Vor der Morgenröte«) ist ein zarter und fragender Blick auf die schwierigen Jahre der Pubertät. »›Und es ist doch komplett albern, dass man so an diesen paar lächerlichen Jahren hängt. Albern! Als würde noch irgendwas Weltbewegendes passieren, bis man dann irgendwann stirbt. Sag doch mal, ganz ehrlich jetzt: Du kannst doch auch nichts sagen, was jetzt wirklich dagegen spricht, außer dass man vielleicht Angst hat davor oder man sich eigentlich ganz wohl fühlt, wie man so lebt.‹« (S. 41) »Das Licht und die Geräusche« ist Johannas Antwort auf die Frage, was eigentlich für das Leben spricht. Johanna ist in ihren allerbesten Freund Boris verliebt. Das glaubt sie zumindest. Dass es dennoch zu keinem Kuss kommt, – und das, obwohl sie doch nur drei Zentimeter von einem entfernt war – liegt wohl an Ana-Clara, Boris‘ Freundin in Portugal. Boris ist neu an Johannas Schule und beeindruckt …