Alle Artikel mit dem Schlagwort: Biopic

Theresa Lachner frönt dem »Lvstprinzip«

»Theresa Lachner hat eine entwaffnend offene Biografie ihres Begehrens geschrieben.« – Meredith Haaf In ihrer tagebuchartigen Sammlung von Blogeinträgen schreibt Theresa über sich. Über ihre Reisen als Bloggerin und Sexjournalistin, über private Erfahrungen mit Sex und Liebe, über Lust, Körperlichkeit, Selbstermächtigung und vor allem über Ehrlichkeit. Denn wenn wir es schaffen, sehr viel offener mit diesen Themen umzugehen, könnten wir alle freier, und vielleicht sogar glücklicher sein. Also fängt sie gleich mal damit an. »Freiheit ist das Recht, nicht zu lügen, hat Camus mal gesagt. Für mich ist Schreiben die beste Art, diese Freiheit auszuleben. Und deswegen liebe ich es auch, über Sex zu schreiben. Das ist nämlich ein Thema, das meiner Meinung nach noch extrem viel Wahrheit vertragen kann. (…) Genau das passiert nämlich, wenn man von seiner Freiheit, nicht zu lügen, Gebrauch macht: Ehrlichkeit multipliziert sich. Me too, me too, me too.« (9) »Ab jetzt bin ich offiziell gut genug. Und zwar aus Prinzip.« (202) Frauen scheinen irgendwie immer ›zu‹ oder ›nicht genug‹ irgendwas zu sein, aber wie fühlt man sich genau richtig? …

»Jetzt noch nicht, aber irgendwann schon« von Martin Simons

Was wenn es heute zu Ende wär? »An Krieg und Frieden musste ich denken, als ich, umgeben von Junkies und Prostituierten, in den Abgasen einer der meistbefahrenen Straßen Deutschlands stand und wusste, etwas war mit mir nicht in Ordnung. Auch meine Beine konnten jeden Moment wegknicken, und worüber wäre ich dann glücklich? Darüber, in den grauen, niedrigen, versmogten Himmel über Berlin starren zu können, während Passanten, die mich in dieser Gegend für ein Drogenopfer halten mussten, achtlos an mir vorbeiliefen?« (13) Martin Simons‘ autobiografische Erzählung hat als Ausgangspunkt eine plötzliche Hirnblutung, die zu Lähmungserscheinungen an der rechten Körperseite führt und ihn für zehn Tage ins Krankenhaus bringt. Zehn Tage mit einer abstrakten, nicht greifbaren Krankheit, zehn Tage bestehend aus Warten, Ungewissheit und Familienbesuchen, mit ungewollten Einblicken in die Leben anderer Patienten und der Unmöglichkeit, genug zu fühlen, angemessen zu fühlen, das richtige zu sagen. In einem heruntergekommenen Krankenhaus, das wirklich ein schrecklich unpassender Ort für pathetische Momente ist. »Ich spürte meinen Blutdruck steigen. Unwillkürlich bewegte ich die Finger meiner rechten Hand, um vor einer weiteren …

Little People, Big Dreams: Frida Kahlo

Die Spanierin Isabel Sánchez Vegara steht hinter der Kinderbuchreihe »Little People, Big Dreams«. Die ersten sechs Bände sind nun in deutscher Übersetzung im Insel Verlag erschienen.   Jeweils steht eine starke und inspirierende historische Frauenpersönlichkeit im Fokus, die einem in bezaubernden kurzen Texten und entwaffnend liebevollen, verspielten Zeichnungen näher gebracht wird. Ob Coco Chanel, Marie Curie, Amelia Earhart, Rosa Parks, Anne Frank oder Frida Kahlo – sie alle werden in einem eigenen Stil bebildert und ihr Leben und Streben in ihrer jeweiligen Epoche in wenigen kurzen Sätzen auf den Punkt gebracht. Starke Frauen, die auch klein angefangen haben: mit einem großen Traum. Ein wunderschönes Projekt für Groß und Klein, das uns zum Träumen, Mutig- und Anderssein anhält.   Viva la Vida! Ich habe einen spielerischen Blick auf Frida Kahlos Leben geworfen. Die von Krankheit und Depression gezeichnete, aber auch lebensfrohe, bunte und unkonventionelle mexikanische Malerin an der Seite des 20 Jahre älteren Diego Rivera.   Die sehr unmädchenhafte junge Frida litt an Kinderlähmung, sie war anders als die anderen und das gefiel ihr. Doch seit …