Alle Artikel mit dem Schlagwort: Geschichten

Witzig! Das Känguru ist zurück:
Marc-Uwe Kling »Die Känguru-Apokryphen«

»›Viele sagen, man soll dann gehen, wenn es am schönsten ist, aber ich finde, man soll lieber dahin gehen, wo’s am schönsten ist.‹ Das Känguru« (S. 7) Und wie schön ist es in der WG mit einem kommunistischen Känguru! Der vierte Band der beliebten Känguru-Reihe ist weniger eine Fortsetzung, als eher eine Zugabe für treue Fans. Statt die Handlung der Vorgänger wieder aufzunehmen, werden einfach weitere Anekdoten und ulkige Dialoge beigesteuert, es handelt sich um nicht verwendete Kapitel aus der sprichwörtlichen Schublade, um Geschichten aus Anthologien und Live-Programmen. Der Schabernack beginnt hier schon in sämtlichen Paratexten. Es werden falsche Zitate als Motti vorangestellt, gefolgt von einem überflüssigen »Was bisher geschah« in Veräppelung traditioneller Seriennarrative und einem Vorgespräch über Titel und Sinn einer Fortsetzung. Und was hat es nun mit diesem kryptischen Titel auf sich, den sich eh keiner merken kann? Apokryphen sind religiöse Schriften, die es nicht in die Bibel geschafft haben, weil sie zu widersprüchlich oder ketzerisch waren, erklärt Kling – nun also auch Bonusmaterial zu den heiligen Känguru-Schriften, in diesem Fall kurze, bisher …

»Die Wahrheit über das Lügen«
von Benedict Wells

Der umfeierte deutsche Autor Benedict Wells liefert nach seinem großen Erfolg mit »Vom Ende der Einsamkeit« endlich wieder neuen Lesestoff! Zehn Geschichten aus zehn Jahren erzählt er in seinem Buch »Die Wahrheit über das Lügen«, welches heute im Diogenes Verlag erscheint. Ein Sammelsurium von ausschweifenden Ideen, am Rande stehenden Einfällen, bisher noch unbeleuchtete Gassen im großen Labyrinth einer anderen Geschichte. Der Geschichtenband als Ort für alles Übriggebliebene. Die 10 Geschichten sind thematisch sehr vielfältig – von lebensverändernden Situationen wie einer mysteriösen Wanderung oder dem Kuss einer Muse, hin zu einem absurden Ping Pong Spiel auf Leben und Tod, endend bei autobiographischen Erinnerungen an die Zeit im Grundschulheim, liefert das Buch eine bunte Palette aus knalligen und skurrilen, aber auch dunkelfarbigen, traurigen Erzählungen. Überzeugen konnten jedoch nicht alle Geschichten: zu unoriginell, verkitscht oder abstrus kommen sie daher. Teilweise sind sie viel zu kurz, wodurch die Geschichte nicht rund und einfach unfertig wirken.   Zu den schöneren Geschichten gehören zwei, die dem Kosmos rund um Wells’ »Vom Ende der Einsamkeit« entspringen. »Die Nacht der Bücher« ist eine …